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Der Vater im Übergang zur Elternschaft.
Darstellung des männlichen Erlebens von Schwangerschaft und Geburt.

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Inhaltsverzeichnis

1.

Einleitung 

2.

Der Übergang zur Vaterschaft

2.1

Die Zeit der Schwangerschaft

2.1.1

Biologisch bedingte Unterschiede im Schwangerschaftserleben von Mann und Frau

2.1.2

Das Schwangerschaftserleben des werdenden Vaters

2.1.3

Die Beziehung des werdenden Vaters zu seinem ungeborenen Kind

2.1.4

Die Paarbeziehung der werdenden Eltern

2.1.5

Die Bedeutung des werdenden Vaters in der Schwangerschaft  

2.2

Die Geburt im Erleben des werdenden Vaters

3.

Zusammenfassung

 

Literaturverzeichnis


1. Einleitung

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich die soziologische Funktion und das Selbstverständnis junger Väter gewandelt. Aus dem „alten Vater“ wurde der „neue Vater“.

War die Rolle des „alten Vaters“ gekennzeichnet durch die Nichtbeteiligung der Männer an der Erziehung, Betreuung und Pflege ihrer Kinder, ist der neue Vater vielfältig engagiert und bemüht um seine neue Rolle. Zu dieser Entwicklung kam es folgendermaßen: Seit dem neunzehnten Jahrhundert oblag die Erziehung der Kinder ausschließlich der Frau, während die Rolle des Vaters sich bis in die fünfziger Jahre auf eine Ernährerfunktion beschränkte. In den sechziger Jahren kam es aber durch die zunehmenden beruflichen Qualifikationen der Frauen zu einer Reduzierung der ökonomischen Abhängigkeit vom Mann. Väter wurden daher immer überflüssiger und sozial nahezu funktionslos. Auf diesen Zustand bezieht sich der Begriff der „vaterlosen Gesellschaft“ jener Jahre. Für die Männer folgte aus diesen Verhältnissen eine tiefe Verunsicherung bezüglich ihrer Vaterrolle und das Gefühl, überflüssig zu sein. Die einzige Möglichkeit, die ihnen blieb, war das stärkere Engagement außerhalb der Familie – innerhalb derer sie ja nicht gebraucht wurden – im Berufsleben, worauf sie all ihre Energie und Zeit verwendeten, so dass sie auch gar keine Möglichkeit mehr gehabt hätten, sich stärker am Familienleben zu beteiligen.

An diesem Punkt setzte schließlich die Frauenbewegung an, indem sie die bisherige Aufgabenverteilung von Mann und Frau in Frage stellte. Für Frauen wurde die ökonomische Unabhängigkeit vom Mann immer wichtiger und sie waren nicht mehr bereit, eigene Bedürfnisse hinter jenen des Mannes zurück zu stellen. Spätestens zu dieser Zeit wurden die Väter gänzlich überflüssig, nachdem sie ihre Rolle als Erzeuger erfüllt hatten. Sie waren gezwungen, sich zu verändern, eine neue Vaterrolle einzunehmen: der Typ des „neuen Vaters“ entstand bzw. befindet sich noch immer in der Entstehung, da die alte Vaterrolle noch zu tief in der Psyche des Mannes verankert ist. Eine neue Vateridentität muss erst aufgebaut und verinnerlicht werden. Bis dahin wird die Rolle vieler „neuer Väter“ noch mit Unsicherheiten verbunden sein.

Was bedeutet es, ein „neuer Vater“ zu sein? Voraussetzung ist zunächst einmal, dass Bindungen zwischen Eltern und Kindern als ausschließlich sozial determiniert betrachtet werden müssen; weder Väter noch Mütter sind biologisch bevorzugte Bindungspartner des Kindes.

In der familialen Rollengestaltung übernimmt der „neue Vater“ nicht mehr nur die Ernährerfunktion, sondern beteiligt sich an allen Aufgaben innerhalb der Familie, wobei die Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau auf situativer Aushandlung beruht.

Zu der neuen Vaterrolle gehört die intensive, liebevolle Anteilnahme an der Erziehung, Betreuung und Pflege der Kinder, wobei besonders die Säuglingspflege hierbei einen neuen Erfahrungsbereich des Vaters darstellt. In diesem Zusammenhang wird natürlich auch die Bedeutung der Vaterschaft für den Vater selbst thematisiert.

Durch die gleichberechtigte Teilnahme von Mutter und Vater an Kindesbelangen gewinnen auch einige ehemals weibliche Erfahrungsbereiche der Familienbildung an Bedeutung für den Mann: im Zuge der Umgestaltung seiner Rolle erlebt er nun auch die Zeit der Schwangerschaft intensiv mit, bereitet sich wie die Frau durch entsprechende Kurse auf die Geburt vor und nimmt an der Entbindung teil.

Aus dieser Situation ergibt sich die Fragestellung dieser Arbeit. Der „neue Vater“, der bereit ist, sich im Übergang zur Elternschaft gemeinsam mit seiner Partnerin schon vor der Geburt mit seiner Beziehung zu seinem Kind auseinander zu setzen, erlebt die Schwangerschaft und Entbindung seiner Partnerin auf eine emotional intensive Weise, die den
„alten Vätern“ fremd war. Auf den folgenden Seiten soll also der Frage nachgegangen werden, wie ein „neuer Vater“ den Übergang zur Elternschaft durchlebt, wie er dabei fühlt und denkt.

Die Darstellung der Erkenntnisse beschränkt sich dabei auf die Zeit der Schwangerschaft und auf die Geburt. Aus Raumgründen muss auf eine Schilderung der ersten Zeit nach der Geburt im Erleben des Vaters verzichtet werden, obwohl auch diese zum Übergang zur Elternschaft gehört.

Der erste Teil des Kapitels 2 beschäftigt sich mit der Schwangerschaft. Hierbei werden zunächst biologisch bedingte Unterschiede im Erleben der Schwangerschaft zwischen Mann und Frau herausgearbeitet (2.1.1); im Anschluss daran wird das Schwangerschaftserleben des werdenden Vaters differenziert dargestellt (2.1.2). Der darauffolgende Abschnitt geht der Frage der pränatalen Beziehungsentwicklung des werdenden Vaters zu seinem Kind nach (2.1.3). Anschließend wird die Paarbeziehung während der Schwangerschaft untersucht (2.1.4). Den Abschluß der Betrachtung der Schwangerschaftszeit bildet die Darlegung der Bedeutung des werdenden Vaters in dieser Zeit für seine schwangere Partnerin und für das ungeborene Kind (2.1.5).

Der zweite Teil des zweiten Kapitels behandelt das männliche Erleben der Entbindung des Kindes.

Den Abschluss dieser Arbeit bildet eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse bezüglich des vorgeburtlichen Engagements der „neuen Väter“.

lanie@knetfeder.de

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Ich versende die Arbeit zwar kostenlos, freue mich aber immer über einen kleinen Dank, z.B. in Form eines
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